Gemeinde Beromünster

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Begeisterte Fledermausfreunde!



Giselle Knüsel, die Lokale Fledermausschutz-Fachperson zusammen mit der Familie Koller. Zum Glück hatten wir genügend Fledermaus-Detektoren dabei, so konnten sich alle auch an den Ultraschallrufen der Fledermäuse begeistern.


Mathias Koller war es, der das kleine, hilflose Langohrkind auf dem Hof seiner Eltern fand. Zusammen mit seiner Mutter Margrith brachte er das Tierchen zur Kantonalen Fledermausschutzbeauftragten. Die kleine Fledermaus wurde aufgepäppelt und als sie perfekt fliegen konnte, zurück auf den Hof gebracht.

Die ganze Familie beteiligte sich an der Suche nach dem Fledermausquartier. Im Estrich des Spychers zeigten Kotspuren, dass hier die Langohren zu Hause sein müssen. Das Langohr wurde im Spycher frei gelassen, weil draussen eben ein Gewitter im Anzug war.

Auch in der grossen Scheune wurden Spuren von Fledermäusen gefunden und draussen beobachteten alle zusammen viele jagende Zwergfledermäuse.



Die Langohren vom Weiherhus



Familie Stocker hat uns dieses tolle Bild aus ihrem Estrich geschickt. Es ist eine mindestens 15-köpfige Gruppe Brauner Langohren. Herzliche Gratulation zu den wertvollen, nützlichen Untermieterinnen!



Interview mit LFS Hannes Schicker

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KFB: Ihr habt hier einen aussergewöhnlichen Hof. Wie würdest du euern Betrieb mit wenigen Worten umschreiben?

H.S.: Wir haben einen vielseitigen Produktionsbetrieb und bieten nicht nur biologisch produzierte Lebensmittel, sondern auch aussergewöhnliche Dienstleistungen an. Besonders gross wird bei uns Oekologie und die Förderung von Nützlingen geschrieben. 

KFB:Was hat euch dazu bewogen, diesen Betrieb auf diese  Art zu führen?

H.S. Unsere Philosophie ist es, den Nutztieren, dem Boden und uns nicht einfach Leistungen abzuzwingen, sondern stets das Wohl aller, besonders aber auch der Natur im Auge zu behalten. So wurden nasse Stellen im Wald und Wiesen nicht einfach drainiert, sondern wir haben grosse Feuchtbiotope geschaffen, die unzähligen Arten Lebensraum bieten. Auf diese Weise tun wir auch dem Betrieb Gutes, indem wir gezielt Nützlinge fördern. 

 

 

KFB: Was bist du von Beruf?

H.S. Ich habe drei Berufe: 1. Landwirt, 2. Schreiner, 3. Sozialpädagoge

 

 

KFB: Was für Tiere leben auf dem Düderhof?

H.S.: Rätisches Grauvieh und Galloway (Mutterkuhhaltung), Engadiner Fuchsschafe, Walliser Landschafe, Pommer- und Laufenten, Legehennen, Chüngeli und Bienen. Die Wollschweine fehlen leider im Moment.

Daneben leben bei uns als Therapietiere Lamas. Die beiden Australien Shepperts ? Hunde gehören ebenso zu uns wie die 10 Pensionspferde.

 

 

KFB: Welche wildlebenden Tierarten sind auf und um Euern Hof zu beobochten?

H.S.: Bei uns sagen sich buchstäblich Fuchs und Hase gute Nacht. Die Rehe kommen fast bis zum Haus. Verschiedene Amphibien, Ringelnattern, Blindschleichen, Wildenten, Graureiher, Bussarde, Milane, Turmfalken und Schleiereulen. Feldlerchen, Rauchschwalben und diverse weitere Singvogelarten leben hier. Und natürlich Fledermäuse! 

 

 

KFB: Welche Arten möchtest du besonders fördern?

H.S.: In den angebotenen Kästen brüten Schleiereulen und Turmfalken. Mit Fledermauskästen möchten wir das Quartierangebot auch für Fledermäuse optimieren. Mit Heckenpflanzungen, Weiheranlagen, extensiver Wald- und Landbewirtschaftung und Nisthilfen schaffen wir Lebensräume für viele Arten. 

 

KFB: Wann und wie bist du zum ersten mal  mit Fledermäusen konfrontiert worden?

H.S.: Fledermäuse haben mich schon immer ganz besonders fasziniert. Als Mitglied der Umweltkommission organisierte ich 2004 zusammen mit dem UK-Präsidenten eine Naturschutzausstellung auf unserm Hof mit verschiedenen Informationsangeboten. U.a. warst du als Kantonale Fledermausschutz-Beauftragte mit dabei und hast mich mit deinem Vortrag und den lebenden Fledermäusen so richtig gluschtig gemacht. 

 

 

KFB: Was fasziniert dich denn an den Fledermäusen?

H.S.: Sie beeindrucken mich mit ihrer geheimnisvollen Lebensweise, mit dem scheinbar lautlosen Herumschwirren, mit ihrer Fähigkeit, sich mit Echolot zu orientieren. Sie bieten einfach viel Spannendes und immer wieder Neues.

 

 

KFB: Als Sozialpädagoge baust du in eurer grossen Werkstatt  mit Oberstufenschülern einer heilpädagogischen Sonderschule u.a. Fledermauskästen, weshalb?

H.S.: Auf diese Weise kann ich den Jugendlichen diese Tiere näher bringen, ihre Vorurteile abbauen und sie für die Natur sensibilisieren. Daneben können sie so eine sinnvolle Arbeit verrichten und ein Erzeugnis herstellen, das begehrt ist. Deshalb bin ich natürlich froh, wenn möglichst viele Kästen bei uns gekauft werden. Auf Wunsch stellen wir auch Spezialanfertigungen für Brücken usw. her. 

 

KFB:Als Mitglied der Biobauernvereinigung hast zum Beispiel auch schon einen Fledermaus- und Schleiereulenkasten-Kurs für Landwirte gegeben. Wie reagieren diese Leute auf dein Engagement?

H.S.: Durchwegs positiv und nachhaltig. Die Bauern tragen die Ideen weiter, verzichten in der Folge auf Klebefallen gegen Fliegen und erkennen in den Fledermäusen die nützlichen Helferinnen. Zusammen mit der Anwendung der Methode ? effektive Mikroorganismen? in den Ställen wird das Ungezieferproblem nachhaltig gelöst. In einem Fall war ein Kasten bereits zwei Monate nach der Montage beim Stall von Fransenfledermäusen besetzt. 

 

 

KFB: Du absolvierst momentan den zweijährigen Ausbildungskurs zum Lokalen Fledermausschützer. Was war deine Motivation?

H.S.:  Das Motto ? nur was man kennt, kann man schützen? hat mich überzeugt. Ich habe noch viel zu lernen über diese interessanten Tiere und möchte bei Führungen auf meinem Hof kompetent Auskunft darüber geben können. 

 

 

KFB:Was kann deiner Meinung nach helfen, auch den sehr bedrohten Fledermausarten wieder eine Chance zu geben?

H.S.: Die Sensibilisierung von Politikern und Bevölkerung für die entsprechenden Anliegen ist enorm wichtig. Wir alle können Sorge tragen zu den Lebensräumen, unser Konsumverhalten prüfen und Sympathiewerbung für unsere Fledermäuse betreiben. Vielleicht können wir sogar an Vernetzungsprojekten mitarbeiten usw.

 

 

KFB: Was freut dich am meisten?

H.S.: Dass wir uns und unsern Tieren ein gutes Leben im Einklang mit der Umwelt und der Natur ermöglichen können und damit einen Beitrag für den Arten- Natur- und Umweltschutz leisten dürfen. 

 

 

KFB: Vielen Dank für dieses Gespräch und für dein grosses Engagement!



Fledermausbeobachtung hier melden



Lokaler Fledermausschutz dieser Gemeinde:


Knüsel-Buchs Giselle



Winkelstr. 18 

6017  Ruswil

041 495 33 88       

giselle.knuesel[at]bluewin.ch

 


Schicker Hannes



Düderhof, 6025 Neudorf

041 930 44 10

paedbuur@gmail.com




Hannes Schicker baut u.a. sehr gute Fledermauskästen und Nisthilfen für diverse Tiere. 

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