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7.Mai 2007

Hallo zusammen

In der Zwischenzeit habe ich wieder ein paar grössere und kleinere Abendteuer erlebt. Ich hatte meinen ersten kleinen Autounfall als ich einen Kollegen vom Flughafen abgeholt habe. Leider ist es nicht ungewöhnlich, Kühe auf der Strasse zu sehen, sogar auf der Autobahn!! Es ist zwar nicht erlaubt und der Besitzer würde theoretisch für den Schaden aufkommen, aber die Regeln werden hier in Swaziland nicht so ernst genommen. Eine schwarze Kuh in der Nacht ist eher eine schlechte Kombination und so war der Unfall wohl unvermeidbar gewesen. Die Kuh wurde am Kopf gerammt und direkt in den siebten Himmel geschickt ? shame! Wir kamen alle mit einem Schock davon und das Auto landete für eine Woche in der Garage. Ironischerweise sind Kühe wohl gefährlicher als Schlangen hier in Swaziland. Der zweite kleine Autounfall folgte nur eine Woche nachdem das Auto wieder in Stand gebracht worden war, dieses Mal durfte ich aber das Geschehen vom Rücksitz beobachten. Die Strasse wurde auf Grund von Regen in eine Rutschbahn verwandelt, das Auto geriet ausser Kontrolle und landete in einem Wassergraben (siehe Bild). Eine Kollegin und ich meisterten eine zwei Stunden Wanderung in Flip Flops im Matsch, um Hilfe zu holen. Mit zehn starken Rangern und ein kräftiges Auto konnten wir schlussendlich das Auto rausziehen und auch dieses Mal war der Schaden zum Glück nicht allzu gross. Nur ein paar Tage später zog ein heftiges Gewitter über unser Camp vorbei, ein Blitz schlug in einen Baum 30m von unseren Zelten ein ? ein ohrenbetäubender Krach und die ganze Umgebung leuchtete für einen Moment orange. Ich kann mich also auch nach vier Monaten nicht über Langeweile beklagen?

Die Marabou Störche scheinen leider eher eine Harte Nuss zu knacken sein. Auch unser dritter Versuch fiel erfolglos aus. Im Anhang habe ich ein paar Bilder zusammen gesucht, um ein paar Eindrücke über meine Marabou Arbeit zu geben. Unsere ?study site?: der Abfallplatz in Simunye - fast so schön wie die Kalahari und ihre Erdmännchen? Neben dem Abfallplatz hat es sechs Pools, sieht wie eine Kläranlage aus, stinkt aber zum Glück nicht. Wenn man einen genaueren Blick ins Wasser wirft, kann man ab und zu zwei Augen erkennen ? Krokodile! Angeblich werden hier Krokodile ausgesetzt, welche in der Umgebung Menschen attackiert und gefressen haben ? hmm, gut zu wissen! Ok, ich denke, ihr könnt euch ein gutes Bild von meinem Untersuchungsgebiet machen. Wer möchte mich Mal besuchen kommen?

Wir versuchten zuerst mit einem grossen ?walking trap? die Marabous einzufangen. Die Bilder in der mittleren Reihe illustrieren unsere aufwendige Arbeit. Wir bastelten tagelang an diesem Gerüst aus Holz und Angelschnur, und lockten die Marabous dann mit Fischen an. Dies sah zu Beginn sehr viel versprechend aus, doch sie verharrten 3m vor dem Eingang und verzichteten leider auf den Festschmaus in der Mitte des Käfigs. Mit dieser Art von Falle werden in Namibia erfolgreich Geier gefangen, doch es dauerte ganze 8 Monaten bis der erste Vogel eingefangen werden konnte! Bei unseren nächsten zwei Anläufen versuchten wir es mit Fussschlingen, welche wir (fast) unsichtbar im Boden vergraben. Auch diese Idee schien zu Beginn erfolgreich zu werden, doch der erste Marabou konnte sich von der Angelschnur losreissen (sollte eigentlich 24kg halten können, ein Marabou wiegt etwa 6kg!). Mit der verbesserten Version, Draht anstatt Angelschnur, wurde dann aber alle Maraboufüsse verschont. Zuletzt ignorierten sie sogar unsere Fische und kamen nicht einmal mehr in die Nähe unserer Fallen ? ziemlich frustrierend. Die untere Bildreihe illustriert unsere harte Arbeit, warten, warten und nochmals warten. Das Besendern und Markieren der Marabous lässt also noch etwas auf sich warten. Für dieses Jahr müssen wir uns vielleicht wieder mit den Jungen Küken im Nest begnügen, auf diese Weise wurden in den vergangenen Jahren schon 60 Marabou Störche markiert.

Neben den Marabou Bildern findet ihr im Anhang auch ein paar Bilder von Swaziland und Mozambique (Schwimmen mit den Delphinen, war echt eindrücklich). Die Seite ist bereits gefüllt, daher werde ich weitere Erlebnisse im nächsten Email erzählen. Ich würde mich sehr über ein paar Zeilen aus der Zivilisation freuen.

Liebe Grüsse, Maria